Ich war 13 Jahre alt, als es geschah. Eine Gruppe aus 14 organisierten Männern die sich nichts fürchteten und sich auf einen Straßenkampf mit der Polizei in der Innenstadt von Tokio einließen, obwohl die Polizei ihnen deutlich von der Mannstärke überlegen war. Einige Zivilisten waren noch mittendrin, da sie nicht wussten wohin als in dem Moment die Schüssen fielen. Alle rannten panisch rum um sich Schutz zu suchen. Einige fanden diesen Schutz, einige jedoch fielen der Gruppe oder der Polizei zum Opfer und starben an den Schüssen. Zu welchem Preis jedoch? Nur damit diese Gruppe selbst stirbt? Das ist es definitiv nicht wert, dachte ich mir. Es sind zwar 4 Männer der Gruppe in diesem Schussgefecht umgekommen, jedoch auch zu dem Preis das diese, als es zu eng wurde, sich Geiseln schnappten um diese als lebendiges Schild zu verwenden. Wie schade doch nur das ich, Haru Davis, selbst als ein menschliches Schild endete. Ich hatte Todesangst und konnte nur im Augenwinkel erblicken, wie ein Zivilist den Schüssen der Polizei zum Opfer fiel. Dieser wurde dann weiter mitgetragen bis wir an zwei gelbe Autos und einen schwarzen LKW angelangt sind. Die Menschen, inklusive mir, wurden in einen LKW gepackt und an einen Ort gebracht, wo es ziemlich dunkel war, als der LKW geöffnet worden ist. Als uns befohlen worden ist auszusteigen wurden wir dabei von zwei Männern mit AKs bedroht. Schreckliche Ansicht. Uns wurden Augenbinden und Panzertape auf den Boden geworfen, die wir anziehen und aufkleben sollten. Ich hab dies gemacht, da ich nicht wollte das man mich verletzt. Wir wurden danach alle zurück in den LKW gebracht und sind dann zu einem anderen Standort gefahren. Die Fahrt ging ca. eine Stunde, wenn mein Zeitgefühl in diesem Moment gestimmt hat. Wir wurden alle rausgetragen, wohin wussten wir aber nicht. Wir sind 5 Minuten gegangen und als wir schließlich in einem Raum angelangt sind wurden uns nur die Augenbinden abgenommen. Wir saßen vor 8 Männern, die nur eine Hose anhatten und kein Shirt oder ähnliches. Diese hatten Macheten und andere Waffen in der Hand. Einer versuchte durch eine Tür zu fliehen, vergeblich, dieser wurde skrupellos erschossen. Aufeinmal saß jeder gerade auf und haben sich kein Stück bewegt, nicht mal geweint. Jeder hat sich bemüht keinen einzigen Muchs zu machen, man hat nicht mal den bloßen Atemzug mit bekommen. Bis jedoch ein im Anzug gekleideter Mann die Tür rein kam und über die Leiche gelaufen ist. Das war der Moment wo jeder zu ihm blickte und immer noch still schwieg. Dieser sagte uns nur einen Satz: "Ihr habt nun die Wahl. Sterbt oder beweist euch bei mir und verschafft euch ein neues Leben bei mir.", jeder schwieg und wusste nicht was man sagen soll. Ich habe mich instinktiv sofort erhoben. Der Rest saß und blickte nach unten. "Letzte Chance sich zu entscheiden, ansonsten sterbt ihr!". Keiner stand auf. Der Mann im Anzug zückte seine MP-443 Grach und erschoss die sitzenden Personen, außer mich. "Du entscheidest dich also für ein neues Leben, kleiner. Denkst du wirklich, das du der Yakuza gewachsen bist und auch wirklich dein altes Leben aufgeben willst?". Ich nickte. Aber auch nur, um eventuell später die Möglichkeit zu bekommen fliehen. Jedoch lief es dann nicht so wie ich dachte. Der Mann im Anzug nahm mich mit in einen anderen Raum. Er setzte mich auf einen Stuhl und fesselte mich. "Bevor ich dir wirklich trauen kann und sagen kann, das du uns bei der besten Gelegenheit nicht hintergehst, musst du dich erstmal beweisen.", sagte er. Ich fragte mich was es ist. "Als allerstes musst du mir beweisen, das du eine Waffe auf jemanden richten und auch abfeuern würdest, der sich von uns abwendet.". Er gab mir einen Revolver mit 6 Patronen. Er ließ seine Männer eine Leiche vom Nebenraum holen und sagte einfach nur: "Schieß auf die Leiche!". Ich habe mir gedacht ich könnte die Personen neben mir einfach erschießen, jedoch hatte ich nie eine Waffe bedient und es schien mir zu unsicher, weshalb ich lieber auf die Leiche geschossen habe. Aber nach dem Schuss merkte ich, das dort keine echten Patronen drinnen sind, sondern nur Schreckschusspatronen. "Aha, du würdest also immerhin auf eine Verräterleiche schießen, würdest du denn auch einen echten Menschen erschießen?". Es wurde ein Mann aus dem Nebenzimmer geholt, der gleich gekleidet war wie die anderen Yakuza Mitglieder, jedoch gab es einen Unterschied, dieser war gefesselt. Er gab mir eine andere Waffe und sagte: "Erschieß ihn, er ist genau wie jeder andere untreue Neuling, ein Verräter!". Ich wusste nicht was ich tun soll, erschieße ich jetzt ernsthaft eine Person und begehe Mord und habe mein ganzes Leben lang das schlechteste Gewissen das man haben kann oder sind das nur Platzpatronen. Ich entschied mich dazu es nicht zu tun und habe die Waffe niedergelegt. "Du willst also wirklich keinen Verräter erschießen?", sagte er. Ich jedoch sagte nichts und tat auch nichts. "Gute Entscheidung, er ist nämlich kein Verräter, dies war nur einer meiner Treuetests. Ich würde dir niemals einem Neuling Preis geben ob mich jemand verraten hat oder nicht. Ich würde die Person einfach von jemanden erschießen lassen und gut ist.", sagte er. Er machte mich frei und hat ein Messer auf das Tisch gelegt. "Schneide dir den Finger ab wenn du es wirklich ernst meinst!", sagte er. Ich hab das Messer genommen und habe ohne zu zögern auf meinen kleinen Fingern angesetzt, jedoch nicht gleich los geschnitten. Ich schaute ihn an und habe erstmal nichts gemacht. Er fing an auf der Pistole auf dem Tisch zu zeigen und schaute mich dabei an. Ich wusste schon, was dies für mich bedeuten könnte würde ich es nicht tun. Ich fing an ein wenig Druck aus zu üben und schon unterbrach er mich. "Denkst du allen ernstes ich würde dich mein Büro verunstalten lassen? Aber eine Sache gefällt mir an dir, deine Tapferkeit und deine Furchtlosigkeit.", sagte er. Er ließ mich fürs erste entfesseln und sagte: "Du bleibst nun erstmal hier, du erledigst die ganzen Bürosachen hier und hilfst meinen Männern bei der Drecksarbeit. Hintergehst du mich dabei, bist du ein toter Mann. Davor aber holst du dir ein Tattoo oder eine Brandmarkierung ab damit man weiß das du zu uns gehörst.". Ich nahm das eher schmerzlosere und lies mir ein Tattoo stechen, und an dem Tag an, fing meine Mitgliedschaft in der Yakuza als Menba an. Ich wurde zu Waffenverkäufe mitgenommen und habe mich dort auch benommen und mich auch bemüht nichts falsch zu machen. Als einem unserer Männer ein Geldkoffer überreicht worden ist, würde mir ein Gelbündel überreicht. Das war viel Geld, sau viel Geld. Mir gefiel das, und ich entschied mich fest entschlossen dazu weiter zumachen und keine Fluchtversuche oder ähnliches zu planen. Nein, nein, ich stelle mich freiwillig sogar zu Verfügung. Von dort an, steckte der Oyabun sein Vertrauen in mich hinein. Auch wenn ich nur ein Menba war hatte ich oft die Möglichkeit mit diesem zu reden und dieser lud mich oftmals sogar auf ein Gespräch mit ein. Eines Tages teilte er mir mit das es eine Phase gibt momentan, wo man sich beweisen kann um seine Rechte und Linke Hand zu werden. Ich war zwar verdammt jung, aber das war ihm egal. "Streng dich an und zeig dich von der besten Seite und ich überlege mir, dich in den engeren Familienrat aufzunehmen.". Von dort an fing ich an mich von meiner besten Seite zu zeigen. Und nun bin ich hier an diesem Punkt angelangt, wo ich mich vollständig in der Yakuza einfinden konnte, und mein altes Leben vollständig abgelegt hatte...