Deepe Frage

  • Hallo zur späten Stunde. Habe eine Frage, über die ihr Mal genauer nachdenken könnt. Ist ein Mensch gut oder böse, aufgrund der Taten die er verübt, oder aufgrund der Motivation hinter dieser Taten? Beispiel: Ein Mitarbeiter hasst seine Arbeitskollegen, behandelt sie jedoch mit Respekt und Nettigkeit. Ist er dann nett, oder böse?

  • Man ist nicht seine Gedanken,


    man kann seine Gedanken nicht immer kontrollieren.

    Sprich, wenn du etwas denkst, wirst du nicht dafür belangst, wenn du ausübst, dann schon.

    Wichtig: Planen ist auch ausüben, wenn du also eine Straftat planst, ist das also kein pures Denken mehr.

    Dass man seine Gedanken nicht kontrollieren kann, ist auch der Grund, weswegen es (zumindest in den meisten ernstzunehmenden Staaten dieser Welt) eine Meinungsfreiheit, aber keine Handlungsfreiheit gibt. Wir sind in unserer Handlung also nicht frei, da wir in einer Gesellschaft leben und uns Normen unterordnen, damit das funktioniert.

    Um deine Frage zu beantworten:
    Nein, der Mitarbeiter ist nicht böse.


    Edit: Wenn das etwas verwirrend klingt, meine Gehirnkapazität wird gerade fast ausschließlich für's Lernen für eine Physik-Klausur aufgebraucht :/


    Edit nach Nuggets Beitrag: Nein, es gibt kein gut oder böse. Das egoistische Monster, das du beschreibst, wäre in Freuds Instanzenmodell das Es, wenn dies die Normen überwiegt, dann ist die Person nicht mehr Herr seiner Selbst, da das Es in gewisser Weise der Egoismus des Menschen ist.

    So ein Mensch wäre dann nicht mit einer Gesellschaft kompatibel, da es in einer zwingend notwendig ist, sich Normen unterzuordnen.

  • Hui, schwierig.


    Mir wurde damals eingebläut, dass der Mensch gierig ist, so immer nach Macht oder Reichtum streben wird.


    Die Gesellschaft setzt dafür nur den Rahmen und wie sehr man es nun versucht zu unterdrücken wirds immer mehr oder weniger darauf hinauslaufen, dass der Mensch das macht, was für ihn den größten Vorteil hat.


    Natürlich nicht ausnahmslos, aber eben der Querschnitt.

  • Angenommen, wir reden mit "Gut" und "Böse" weniger von den Charaktereigenschaften, sondern eher von den Handlungen und der Umgangssprache eines Menschen.

    Und angenommen, wir reden hier wirklich von einem "entweder-oder"-Problem.


    Dann ist die Antwort, ja. Er ist ein guter Mensch, weil er/sie/es/apache trotz seiner schlechten Motivation und Laune immer noch rational bleibt und anderen nicht das Leben zur Hölle macht.

    Nach der Logik ist es irrelevant, welche Hintergründe du pflegst, weil du am Ende des Tages von deinen Mitmenschen anhand deiner Taten und Worte bewertet wirst, nicht nach deinen Gedanken, die nur du sehen und hören kannst. Der einzige Moment, an dem man einen "schlechten" Menchen erkennt, ist der Moment, an welchem er diesen rationalen Filter (un)absichtlich umgeht und einen schlechten Eindruck bei anderen Personen hinterlässt (oder ihnen sogar schadet).


    Gut und Böse existiert also nicht als festes Stadium einer Persönlichkeit, sondern eher als kollektive Bewertung durch Mitmenschen, welche du aktiv beeinflusst.

    Ich würde das sogar auf einen primitiveren Zweig zurückführen und behaupten, dass es stumpf mit dem Überlebensinstinkt zusammenhängt, der einschätzt, ob es lohnenswert ist, mit der Person zu koexistieren/jagen oder die Person zurückzulassen/töten; zwei extreme Einschätzungen, welche beide unterbewusst getroffen werden, um sich selbst zu schützen.


    Edit: @Nono ich küss dich, wenn du das Stanford Prison Experiment kennst.

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  • Der Mensch ist von Grund auf sowohl gut als auch böse. Ich habe gelernt, dass es "Destruktiv- sowie Kollektivtriebe" im Menschen gibt welche sich durch verschiedene Faktoren ausprägen. Eine starken Einfluss hat das Kindheitsalter durch gemachte Erfahrung und Erziehung z.B.


    In der Situation "Ich hasse jemanden aber verhalte mich ihm gegenüber respektvoll", hat hier die Erziehung dafür gesorgt, dass ich mich "gut" verhalte.

    Böse ist meiner Meinung nach nur der Moment in dem der "Destruktivtrieb" einen stärkeren Einfluss auf die Situation hat, und je öfter man diese Grenze überstreitet desto eher neigt man dazu dies wieder zu tuen und zum "schlechten" Menschen zu werden.

  • Wenn man ein "freundlicher" Mensch ist, trotz dass man diese Person hasst - zeigt man eigentlich nur, dass man eine bestimmte "geistige Reife" besitzt. Im Kindergarten zum Beispiel hat man, wenn man eine Person gehasst hat, nicht mehr mit dieser Person gesprochen, obwohl es ja eigentlich nur eine Person ist, die man nicht leiden kann. - Aber wegen diesem Hass Gefühl ist man nicht gleich ein schlechter Mensch in meinen Augen.


    Andererseits ist es so, dass wenn man eine Person im Internet oder im Realen Leben fertig macht, hat man gewisse Selbstzweifel an sich selbst hat und deshalb sucht man gewisse "Fehler" bei anderen Personen. Und dieses absichtliche Kritisieren und Diskriminieren ist nicht sonderlich positiv angesehen in unserer Gesellschaft.

    Fazit: Einfach immer freundlich zu jedem sein, auch wenn man eventuell die Person hasst.

  • Sensei Jäger

    Hat das Thema geschlossen.