Es war ein normaler Tag, 13:26 Uhr - Montag: Site 65
Ich, Enno Kayser - Light Containment Zone Manager der SCP Site 65, war mal wieder in meinem Gebiet unterwegs.
Jeden Tag etwas anderes, mal sind es D-Klassen, welche sich mit Waffen auf den Weg machen die Facility Guards zu stürzen und die Light Containment Zone
zu übernehmen, mal SCP-939 welches die gesamte Facility in Unruhe bringt oder eine Group of Interest welche uns das Leben schwer macht.
Mit all den genannten Ereignissen hatte ich zu kämpfen, doch das war nicht das Problem.
13:45 Uhr
Das Korruptionsbüro hat einen vermutlichen Spion erkannt und in den Verhörraum der LCZ verfrachtet - ich stoße hinzu.
Die genannte Person - "der vermeintliche Spion" - wurde gefesselt, mit einem Sack über den Kopf gestülpt und mit einer Socke im Mund in einen kahlen, grell beleuchteten und kalten
Raum gesetzt.
Ich sah den Agenten ein wenig bei der Arbeit zu, alles nach Protokoll... bis zu dem Zeitpunkt, als das Korruptionsbüro der Meinung war,
dass der vermeintliche "Spion" nicht die gewünschten Informationen überbringt - ohne darüber nachzudenken, dass der "Spion" vielleicht gar kein Spion ist.
Dementsprechend war ich gespannt was nun passiert.
Es passierte das, womit ich nicht gerechnet habe.
Folter.
Die zwei Personen des Korruptionsbüro waren fest überzeugt, dass es ihnen die gewünschten Informationen erbringt, wenn man
dem "Spion" die Kniescheibe zertrümmert, Zähne ohne Betäubung zieht, einige Muskeln zerschneidet, und ihn beinahe
ersticken lässt.
13:48 Uhr
Ein Mann in Mantel, schick gekleidet mit Lederschuhen und Hut, betritt den Raum.
Level 5 Karte in seiner Hand, Koffer in seiner anderen.
Das Korruptionsbüro sah verwundert zum mysteriösen Mann hinauf und begrüßte ihn mit
einem abartigen Grinsen und unpassenden Worten.
"guten Tag Herr Kommissar, unpassender Moment den Sie da erwischt haben... *schmunzelt*,
wie sie hoffentlich erkennen sitzt vor uns ein Spion der Global Occult Coalition welcher uns von der
Mobile Task Force übergeben wurde... Naja... ich rede zu viel. Kommen wir zum Punkt:
Wie kann ich ihnen helfen?"
Der Ethikkommissar antwortete verzögert;
"Ich würde mir ihre Methoden der Informationsbeschaffung gerne ein wenig ansehen... mir ist vermehrt
aufgefallen, dass sie zu unnötigen Mitteln greifen - dementsprechend schaue ich mir diese Situation genauer an"
Der Agent beginnt erneut zu schmunzeln.
"Vielen Dank für ihr Angebot, aber wir lehnen ab"
Der Kommissar erwiderte:
"Dies war kein Angebot, eher eine ---"
Der Agent unterbricht:
"- nein Danke! Sie können den Raum verlassen. Wir halten uns an ihre Regeln und sie stören uns nicht bei
unserer Arbeit. Wir werden schließlich dafür bezahlt aus dieser teufelsgleichen Viech alles erdenkliche
herauszuquetschen. Auf wiedersehen!"
Der Ethikkommissar schüttelt enttäuscht den Kopf und verlässt ohne weiteres den Raum.
Ich war entsetzt über das Versagen des Ethikkommissar und schriet in die Situation ein.
Ich teilte den Agenten mit, dass ich nicht viel von diesen Methoden halte und diese nur dafür sorgen,
dass jeder - auch noch so unschuldige - Mensch bei dieser Folter alles erdenkliche zugeben würde.
Schneller als ich sehen konnte wurden mir Fesseln angelegt.
Mir wurde ein Sack über den Kopf gezogen und ich hörte die Agenten Sagen:
"Gut, ich glaube wir haben ein weitaus interessanteres Problem"
Ich hörte zwei Schüsse, winzeln und einen dritten, letzten Schuss.
Der "Spion" war tot.
Ich wurde in den Raum gebracht, in dem der Mensch so eben erschossen wurde.
Mir wurde der Sack vom Kopf gezogen und drohend zugesprochen.
"Sie sollten sich nicht nochmals in unsere Angelegenheiten einmische... gehen Sie doch zur Ethikkommission, die machen
auch nichts anderes als uns in die Arbeit zu fuschen und für Unruhen zu sorgen! Ich hoffe ihnen ist das ganze nun eine Lehre.
Der Agent zog eine Waffe und feuerte 2 gezielte Schüsse in meine Beine ab.
17:56 Uhr
Ich wurde sitzen gelassen und musste stundenlang versuchen auf mich aufmerksam zu machen.
Ein MTF betrat nach einiger Zeit den Raum und brachte mich zur Medbay.
18:42 Uhr
Nach einer anstrengenden Operation und dem Schock der geschehenen Ereignisse begab ich mich zu Bett
und gab mein Amt für den restlichen Tag an einen Kollegen weiter.
Ich konnte kein Auge zudrücken.
Qualvolle, schmerzerfüllte Schreie, ungerechtes Verhalten,
qualhafte Folter und das Versagen des Ethikkommissar.
Ich hoffte, dass es ein Traum war - ich wollte es nicht war haben.
Dienstag, 8:34 Uhr - Site 65
Ich trat zum Site Director vor, schilderte das Ereignis sperrig.
Der Site Director konnte nicht helfen, er wollte nicht in eine ähnliche
Lage wie ich kommen.
Er bot mir eine Überführung nach Area 14 an.
Er versprach mir, dass ich beim Einwilligen den Posten des SD in der genannten Area bekomme.
Ich lehnte nicht ab und unterschrieb die Papiere.
15:35 Uhr - Helikopterlandeplatz: Site 65
Ich wurde in einem Zeitraum von 3 Stunden zur Area 14 gefolgen, konnte mein
Amt entgegen nehmen und informierte mich vorerst über die Zustände in der Area.
Mein Vorgänger hat gute Arbeit geleistet - alles in Bestform.
19:49 Uhr
Ich war noch ein wenig betroffen von den gestrigen Ereignissen welche jedoch durch
die neuen Umstände in Area 14 nahezu komplett ausgeblendet wurden.
Als ich jedoch einen Herren mit einem Mantel sah, welcher ein Service Personal in den Verhörraum brachte kamen die vorherigen Gedanken auf.
Meine sorgen haben sich bestätigt. Der Mann gehört dem Korruptionsbüro an und führt ähnliche Dinge wie in Site 65 durch.
Viele Tage, Wochen sind vergangen.
Mittlerweile wurde ich zu einem der angesehensten Männer der ganzen Area.
Ich war schlichtweg "Der Site Director".
Doch trotz meines Ranges konnte ich die Missstände des Korruptionsbüro,
das unsinnige Töten von Personal bei Tests und Hinrichtungen nicht verhindern / bessern.
Nach einiger Überlegung entschied ich mich dazu aktiv etwas
gegen die genannten Dinge zu tun.
Der beste Weg dafür:
Bewerbung zum Mitglied der Ethikkommission von Enno Kayser