Die Thematik um Generation Z und Generation Alpha ist sehr interessant.
Besonders dann, wenn man täglich mit der Sozialpädagogik zutun hat und sich viel damit beschäftigen muss.
Das ganze Thema würde ich nicht unbedingt Generationsabhängig machen, sondern eher vom Alter und die Stand der Dinge zu der Zeit.
Vielleicht kann ja Gravel was zur Entstehung des Verhaltens erzählen. :^)
Momo hat es in ihrem Beitrag schon ziemlich gut auf den Punkt gebracht, möchte dennoch was dazu ergänzen.
Wie mein Abteilungsleiter in der Sozialpädagogik sagte: "Wer sein Kind in den wichtigsten Jahren vernachlässigt und sich nicht darum bemüht, es richtig zu erziehen, hat später immer mehr Probleme damit!"
Wer früh in seiner Kindheit die Sozialiserungsfunktion nicht mitbekommt, hat spätestens im Kindergarten Probleme.
Sozialisierungsfunktion:
Die Familie ist die Primärgruppe, was durch Erfahrungen im sozialen Umfeld, soziale Verhaltensweisen und Eingliederung ermöglicht / erlernt. Die Phase ist durch die Übernahme von Einstellungen und Verhaltensweisen gekennzeichnet
Selbstverständlich könnte ich jetzt mit meiner Gruppenpädagogik ankommen, was auch sehr viel ausmacht, bin aber der Meinung, dass das ganze dann doch zu viel wird.
Um es auf den Punkt zu bringen. Es wird immer von den Eltern abhängen und leider macht sich das in den nächsten Jahren immer mehr bemerkbar. Besonders zu der Pandemie Zeit haben wir in meiner Einrichtung viel zutun. Ob es gestörte Familienverhältnisse, psychogene Störungen der Eltern oder die Vernachlässigung des Kindes ist, es ist wirklich ALLES dabei.
Die Kinder haben ihr Vorbild und gucken sich das ab, probieren sich aus und werden immer wieder Grenzen testen.
Leider Gottes sind viele Eltern, alleinerziehende Väter oder Mütter so damit überfordert, dass sich bei den Kindern Verhaltensstörungen entwickeln, was selbstverständlich Auswirkungen auf ihr Sozialverhalten, emotionale Entwicklung, körperliche Entwicklung und auf das Leistungsverhalten hat.
Und dann fängt es an, dass Kinder irgendwann ihr eigenes Smartphone bekommen.
Das ist dann auch die Zeit, wo es für alle Beteiligten schwierig wird, mit dem Kind wieder zu reden.
Wenn das Kind Erfahrungen gesammelt hat, dass die Mutter oder Vater das Kind vernachlässigen, sucht es sich eben ein anderes Vorbild.
Das können Jugendliche auf Tiktok sein, die sich cool fühlen, wenn sie mit ihrer Musikbox im Zug sitzen oder Influencer XY, der meint, dass Schule nicht wichtig ist.
Das Kind wird sehen, dass es viele machen, dass es alle cool finden und sich somit in die Gesellschaft integrieren kann.
Das Kind wird es ausprobieren und wird Leute finden, denen es gefällt und identifiziert sich damit.
Wenn das Elternteil spätestens da nicht eingreift, redet es nur noch gegen eine Wand und dann haben wir als sozialpädagogische Fachkräfte das Problem an der Backe.
Wer sein Kind nicht konsequent erzieht und keine Regeln aufstellt, wird spätestens in der fünften Klasse ein Jonte haben, der ein Fick auf alles gibt!
Da die Norm auch was damit zutun hat, hier ein kleiner Auszug aus dem Konstrukt "Normaltiät" aus der Heil- und Sonderpädagogik.
1. Statistische Norm: Als normal gilt, was die meisten Menschen der jeweiligen Bezugsgruppe tun oder wie sie sind. Zum Beispiel ist die Intelligenz auf eine bestimmte Weise in der Bevölkerung verteilt. Liegt man über der Norm (z.B IQ von 130), wird das als positiv erachtet, liegt man darunter, als negativ.
2. Gesellschaftliche (ideale oder soziale) Norm: Als normal gilt ein Verhalten, das gesellschaftlich wünschenswert erscheint. Unser Schulsystem erwartet zum Beispiel, dass ein sechsjähriges Kind sich über längere Zeit konzentrieren und auf seinem Stuhl sitzen bleiben kann. Schafft es das Kind nicht, so wird es als auffällig bezeichnet.
3. Individuelle Norm: Das Verhalten wird danach bestimmt, ob es von der persönlichen Norm abweicht. Eine Praktikantin wird ein bestimmtes Verhalten von Kindern vielleicht eher auffällig finden als eine erfahrene Erzieherin.
4. Funktionelle Norm: Als normal gilt eine Person, die "funktioniert", das heißt, die ihren Alltag eigenständig bewältigen kann, eine berufliche Tätigkeit ausübt.
Ich als fast fertiger Erzieher kann nur sagen, dass es in den nächsten Jahren weiter steigen wird, dass Kinder frecher und respektloser werden und ein Fick auf ihr Umfeld geben. Es ist ein Lauf mit der Zeit und würde es daher ungern in Generationen einteilen.
Das was mir immer gesagt wurde, um einen Abschluss zu bilden, dass man mit dem heutigen Wissen nicht zurückblicken soll, weil du das Wissen damals nicht hattest. Deswegen immer mit Vorsicht zurückblicken.
Solltet ihr echt Interesse haben, kann ich bei positiver Resonanz gern nochmal ausführlicher schreiben.