0. Vorwort
Auf Wunsch (geäußert in Form einer Umfrage in diesem Thema) folgt nun eine Sammlung an Informationen zum Medic-RP.
Ich verweise ausdrücklich an den bereits vorhandenen Guide zum Thema Medic-RP. Dieses Thema soll kein Guide darstellen.
Vielmehr geht es hier darum, das theoretische Wissen für Interessierte für das Spielen auf dem Server bereitzustellen.
Das Thema wird von mir fortlaufend in Form von neuen Beiträgen zu bestimmten Themen stetig erweitert und ergänzt.
Da es schwierig abzuschätzen ist, was alles interessant sein könnte, ist dieses Thema auch offen für Fragen von Nutzern.
Wichtig: Dieses Thema dient lediglich der informativen Präsentation relevanter Inhalte für das fiktive Rollenspiel.
Keinesfalls sollten Inhalte auf das echte Leben oder die eigene Person angewandt werden, obgleich sie zutreffen.
1. Allgemeines
- Arzt kann nur sein, wer mit Hochschulreife Medizin studiert hat.
(Das könnt ihr in einer RP Geschichte nicht einfach überspringen xD) - am Ende des Studiums ist man kein Facharzt (man ist einfach Arzt).
Und hat im Prinzip von allem etwas, und von nichts so richtig Ahnung. - Der Doktortitel hat nichts mit dem Studium oder Medizin zu tun!
Dabei handelt es sich um einen wissenschaftlich-akademischen Grad.
Ähnlich wie bei Bachelor bzw. Master muss dafür eine Arbeit angefertigt werden.
M.D. im amerikanischen Raum ist NICHT dasselbe und wird automatisch vergeben! - Professor = Lehrbeauftragter einer Universität (setzt indirekt Dr. voraus)
- Facharzt wird man durch das Arbeiten in der Fachrichtung über X-Jahre.
Danach muss man eine Anzahl an Tätigkeiten nachweisen und eine Prüfung ablegen. - Man muss nicht Facharzt sein um Tätigkeiten in diesem Gebiet zu verrichten.
(Das alle auf SCP erst (?) Allgemeinmediziner sind ist z.B. ziemlicher Bogus)
| Herz | Saugt Blut aus dem Körper an und pumpt es (rechts) in die Lunge bzw. (links) in den Körper. Weg des Bluts: Venen → rechtes Herz → Lungenarterien → Lunge → linkes Herz → Arterien → Kapillaren |
| Venen und Arterien | Arterien = zuführendes Gefäß, das Blut zu einem Organ bringt. Venen = abführende Gefäße, die das Blut zum Herzen bringen. Meistens sind Arterien sauerstoffreich, Venen sauerstoffarm. Zwischen beiden liegen die Kapillaren (feinste Gefäße). |
| Lymphe | Abgepresste Flüssigkeit aus den Kapillaren, die in das Gewebe übergeht. Dort wird sie von feinsten Lymphgefäßen aufgesammelt und zu Lymphknoten gebracht. In Lymphknoten reagieren Immunzellen auf Fremdstoffe und reifen aus (Immunantwort). Die Lymphe mündet selbst irgendwann wieder in die Körpervenen. |
| rotes Knochenmark | Liegt tief in langen Röhrenknochen und produziert neue Blutzellen. Braucht für die Produktion der Zellen vor allem Vitamin B12 und Eisen. |
| Lungen | Sind über das Rippenfell (Pleura) mit dem Thorax (Oberkörper) verbunden und folgen diesem. Oberkörper groß = Lungen groß = Luft strömt ein. Oberkörper klein = Lungen klein = Luft strömt aus. In den Lungen läuft der Gasaustausch ab (O2; Sauerstoff wird aufgenommen, CO2; Kohlenstoffdioxid wird abgegeben) |
| Kehlkopf (Larynx) |
Liegt an der Spitze der Luftröhre. Hier sind die Stimmlippen (damit man Sprechen kann). Und der Kehldeckel (damit Essen nicht in die Luftröhre kommt). |
| Luftröhre (Trachea) |
Mündet in die 2 Hauptbronchien, die sich ganz oft aufzweigen in den sog. Alveolarbaum. (Lungen sind quasi aus ganz vielen kleinen Kugeln an einem Baum aufgebaut = große Oberfläche). |
| Nase | Filtert die Luft von Partikeln, feuchtet sie an und erwärmt sie. |
| Mund | Essen (duh), Speicheldrüsen geben hier Speichel zur Verdauung ab. |
| Rachen (Pharynx) |
Mund und Nase münden hier rein. Verbindet ebendiese mit der Luft- und Speiseröhre. |
| Speiseröhre (Ösophagus) |
Befördert Gegessenes/Getrunkenes in den Magen (auch gegen die Schwerkraft). |
| Magen | Produziert Magensäure und einen eigenen Schutzmantel. Außerdem Verdauungsenzyme (Proteine, die andere Strukturen abbauen). |
| Dünndarm | Nimmt hauptsächlich Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aus der Nahrung auf und verdaut diese. |
| Zwölffingerdarm (Duodenum) |
Teil des Dünndarms. Schließt sich dem Magen als erste „Darm-Station“ an. Heißt so, weil er in etwa 12 Fingerbreiten breit ist. Hier mündet/n die Ausführungsgänge von Galle und Bauchspeicheldrüse. |
| Leerdarm (Jejunum) |
Teil des Dünndarms. Schließt sich dem Zwölffingerdarm an. |
| Krummdarm (Ileum) |
Teil des Dünndarms. Schließt sich dem Leerdarm an. |
| Dickdarm | Nimmt hauptsächlich Wasser und Elektrolyte (Teilchen wie Natrium) auf. |
| Blinddarm (Zökum) |
Der erste Teil des Dickdarms. Ist nicht das, was sich entzündet!!! |
| Wurmfortsatz (Appendix) |
Blind-endender Teil des Dickdarms, der sich oft entzündet. „Blinddarmentzündung“. |
| Schilddrüse (G. Thyroidea) |
Produziert Schilddrüsenhormone und liegt dem Kehlkopf auf. Schilddrüsenhormone = Stoffwechselantreiber. Wenig Hormon = Antriebslos, Müde, Kältegefühl, ... Viel Hormon = Unruhe, Schwitzen, Schlafstörungen, ... (Nebenschilddrüsen sitzen der Schilddrüse hinten an) |
| Nebennieren | Liegen den Nieren auf und produzieren Hormone. Insbesondere Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. |
| Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) |
Teilt sich in Vorder- und Hinterlappen. Der Vorderlappen bildet Hormone, die andere Drüsen (z.B. Schilddrüse) stimulieren. Der Hinterlappen gibt ADH (Blutdrucksteigerung) und Oxytocin (Kuschel-/Glückshormon frei. |
| Bauchspeicheldrüse (Pankreas) |
Liegt hinter/unter dem Magen und produziert Insulin und Verdauungsenzyme. Mündet (zusammen mit der Galle) in den Zwölffingerdarm. |
| Leber | Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan. Liegt rechts im Oberbauch neben dem Magen. Nimmt das Blut aus allen Darmabschnitten als Zwischenstation auf. Produziert die Galle und scheidet über diese einige Stoffe wieder aus. |
| Gallenblase | Speichert die Galle und gibt diese in den Dünndarm ab. Galle ist gut für Fettaufnahme und -Verdauung der Nahrung. |
| Milz | Liegt links vor dem Magen und filtert alte Blutzellen und räumt diese ab. |
| Nieren | Liegen tief im Unterbauch und filtern das Blut. Dabei wird, wie durch Druck durch ein Filter, erstmal ein Primärharn gebildet. Diesem Primärharn werden dann wichtige Teilchen (Salz, Zucker, Aminosäuren) wieder entzogen. (Solang die Niere gesund ist, gehen keine roten Blutkörperchen in den Harn über (Filter zu klein)). Das Endprodukt (mit mehr oder weniger Wasser) geht über den Harnleiter zur Blase. Regulieren über die Wasserausscheidung den Blutdruck langfristig. |
| Rückenmark | System aus auf- und absteigenden Nervenfasern, die: - vom Gehirn aus die Muskeln versorgen - vom Gehirn aus die Organe versorgen - vom Körper aus Informationen zum Gehirn weiterleiten - ... liegt geschützt im Wirbelkanal der Wirbelsäule. |
| Großhirn | Kann man sich denken. |
| Kleinhirn | Teil des Gehirns hinten unten, das vor allem für die Koordination wichtig ist. |
Internisten sind Fachärzte für Innere Medizin, d.h. ein besonderes Organ(system).
Die Zuständigkeiten überschneiden sich teilweise, insbesondere in der Notfallsituation.
Wichtig: Internisten sind nicht für operative Eingriffe und Entfernungen zuständig (Chirurgen).
Was aber durchaus internistische Aufgabe ist, sind Spiegelungen (z.B. Darm) oder Kathetereingriffe (Herz).
| Fachrichtung | bezogenes Organ(system) |
typische Krankheitsbilder |
|---|---|---|
| Hämatologie | Blut, blutbildendes System, Lymphsystem, (Milz) |
Blutarmut (Anämie), Leukämie, Lymphdrüsen |
| Gastroenterologie | Verdauungssystem, Leber, Bauchspeicheldrüse |
Leberentzündung (Hepatitis), Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Geschwüre (Ulcus), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) |
| Endokrinologie | hormonproduzierende Organsysteme |
Diabetes, Schilddrüsenüber- und Unterfunktion, Hypophyseninsuffizienz, Nebennierenerkrankungen |
| Infektiologie | (abhängig vom Erreger) |
Tuberkulose, Pilzinfektionen, Blutvergiftung, usw. |
| Pneumologie | Lunge, Luftröhre |
Asthma, COPD, Lungenfibrose, Aspiration (Verschlucken in Atemwege), Sarkoidose |
| Nephrologie | Nieren | Nierenentzündung, chronischer Nierenschaden, (Kollagenosen) |
| Kardiologie/Angiologie | Herz und Gefäße |
Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung, Herzinnenhautentzündung, Rhythmusstörungen, Bluthochdruck |
| Onkologie | Krebs | |
| Allgemeinmedizin | (Ist ein Internist mit nachgewiesener chirurgischer Erfahrung) |
| Fachrichtung | bezogenes Organ(system) | typische Krankheitsbilder |
|---|---|---|
| Allgemein-/Viszeralchirurgie | Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Darm, Magen, (Schilddrüse) |
Gallenblasenentzündung, Krebs, Transplantationen |
| Neurochirurgie | Wirbelsäule, Gehirn, Rückenmark |
Blutungen im Schädel, Bandscheibenvorfall, Krebs |
| Thoraxchirurgie | Lunge, Herz |
Transplantationen, Krebs, Teilentfernungen, Herzklappenoperationen |
| Unfallchirurgie | Muskeln und Skelettsystem |
Brüche (Frakturen), Blutungen der Beine/Arme, Unfälle |
| Orthopädie | Gelenke und Muskeln |
Gelenkersatz, Prothesen |
| Gefäßchirurgie | Gefäße | Blutgerinnsel, Arterienverkalkung |
| Plastische/ästhetische Chirurgie |
Haut und Gesichtsstrukturen |
what ever floats your boat |
| Fachrichtung | bezogenes Organ(system) | typische Krankheitsbilder |
|---|---|---|
| Neurologie | Nervensystem |
Schlaganfall, Demenz, Nervenkompressionssyndrome |
| HNO | Kopf-Hals-Bereich | Polypenentfernung, Krebs, Nasenscheidewandbegradigung, Trommelfelleingriffe |
| Psychiatrie | Nervensystem | AD(H)S, Depression, Bipolare Störung, Schizophrenie (Psychologen hingegen sind keine Ärzte und dürfen ohne Zusatzbezeichnung keine Medikamente verabreichen!!!!!!!) |
| Radiologie | Interpretation, Bewertung und Anfertigung von Bildern (CT, Röntgen, MRT) |
|
| Rechtsmedizin | Obduktion, Klärung der Todesursache, Plausibilitätsprüfung |
|
| Pathologie | Obduktion (nicht bei strafrechtlichen Fragen), Gewebeuntersuchungen |
|
| Mikrobiologie | Erregernachweis und Antibiotika-Wirksamkeitsprüfungen |
|
| Anästhesie/Notfallmedizin | Narkoseeinleitung, Notfallversorgung |
- Viggo = Venenverweilerkanüle (Zugang zur Vene, zur Medikamenten oder Flüssigkeitsgabe)
- Infusion = kontinuierliche Gabe einer Substanz (die in Flüssigkeit gelöst ist) oder Flüssigkeit
- parenteral = intravenös = Gabe über die Vene
- Analgesie = Schmerzmedikation
- Reanimation = "Drücken" und ggf. Defibrillieren, wenn das Herz-Kreislauf-System stillsteht
(Da ist man nicht tot, aber wenn man nicht reanimiert wird, stirbt man natürlich) - lateral = nach Außen hin
- medial = nach Innen hin
- kranial = zum Kopf hin
- kaudal = nach unten
- Thrombose = Blutgerinnsel, das am Ort der Lage entstanden ist
- Embolie = Blutgerinnsel, das von einem anderen Ort zu einem Gefäß kam, und dieses verschließt
- Herzinfarkt = Verschluss eines Herzkranzgefäßes
- Schlaganfall = Verschluss (oder Blutung) eines Gefäßes, dass das Gehirn versorgt
- Aorta = dickes Gefäß, dass das linke Herz verlässt und aus dem (fast) alle Arterien des Körpers entspringen
- Hohlvene = oberes und unteres Venengefäß, dass in das rechte Herz mündet
- Karotis = Arterie, die man am Hals tasten kann
- Intubation = Einführen eines Atemschlauches in die Luftröhre mit dem Laryngoskop
(Dafür muss der Patient schon narkotisiert sein - Ja, das ist mit Zeitdruck verbunden, weil der Patient ja nicht atmet) - Lokalanästhesie = Anästhetikum (Nerven- bzw. Schmerzübertragungshemmstoff) der an einem Ort in das Gewebe (nicht Gefäß) zur Betäubung gegeben wird
- Muskelrelaxans = Mittel, um die Muskeln ruhigzustellen (braucht fast jede Operation)
(Ja, der Patient atmet dann nicht mehr von alleine) - EKG = Elektrokardiografie, man klebt Elektroden auf den Brustkorb.
So leitet man die Erregungsausbreitung des Herzens ab. - Oxymeter = kleines handliches Gerät um die Sauerstoffsättigung am Finger zu erfassen
- Thorax = Oberkörperanteil, der über dem Zwerchfell liegt
- Abdomen = "Bauch" (unterhalb des Zwerchfells)
- (wird laufend erweitert)
Die Bestimmung der Vitalparameter ist das wichtigste Instrument in der akuten Untersuchung eines Patienten.
Die Zusammenschau der Vitalparameter kann Auskunft über die Wahrscheinlichkeit einer Verdachtsdiagnose geben.
| Parameter | Erfassung | beispielhafter Wert |
Veränderungen |
|---|---|---|---|
| Blutdruck | Mit einer Blutdruckmanschette messen (man hört mit dem Stethoskop ab, wann kein Geräusch mehr zu hören ist = systolischer, oberer Blutdruck, reduziert dann den Druck und achtet darauf, wann wieder kein Geräusch mehr zu hören ist = diastolischer, unterer Blutdruck) oder mit digitalem Messgerät messen lassen |
z.B. 120/70 (in mmHg) |
Erhöht z.B. bei Arterienverkalkung, akute Stresssituation, Sport erniedrigt z.B. bei Schock, Blutverlust |
| Herzfrequenz (=Puls) |
Finger an ein Gefäß (z.B. Hals, Unterarm) auflegen (nicht den Daumen, der hat einen eigenen Puls) und Schläge pro Minute zählen |
76 |
Erhöht beim Schock, Blutverlust, erniedrigt bei trainierten Individuen oder im Notfall (Kreislaufversagen) |
| Atemfrequenz | Oberkörper des Patienten beobachten und zählen (pro Minute) |
12 | Erhöht bei Lungenentzündung, Blutverlust, usw. |
| Körpertemperatur | Thermometer | 36,6°C | Fieber ab etwa 37,3 bzw. 37,7°C |
| Sauerstoffsättigung | Oxymeter | 98% | Erniedrigung bei Lungenschädigung, Verletzungsbedingt, Blutung |
Der Beitrag bzw. der Inhalt des 1. Kapitels ist erstmal etwas abstrakt, aber notwendig.
Konkrete Beispiele mit jeweils ausgearbeiteten Beispielen folgen aber demnächst.