Informatik in der Oberstufe

  • Guten Tag,


    ich bin nun kurz davor meine Fächer für das Abitur (die letzten 2 Jahre zumindest) zu wählen, und habe hierbei das erste Mal die Möglichkeit mich für Informatik im Bereich der Naturwissenschaften zu entscheiden, welches hierbei Biologie oder Chemie ersetzen würde.

    Da ich wie erwähnt dieses Fach bisher nicht hatte, dachte ich, dass man das Forum hier als guten Ort wählen könnte, um nach expliziten Erfahrungen mit diesem Fach in der Oberstufe fragen zu können.

    Ich hoffe, dass sich vielleicht ein paar Personen zu Wort melden, welche dies entweder selbst belegt haben, oder Personen kennen, welche dieses Fach belegt haben und bin für allerlei Beiträge hierzu dankbar.

  • Also wenn du wirklich keine Erfahrung mit Informatik (sowohl die theoretische als auch die praktische Informatik) hast, wird es schwer für dich. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, allerdings kann es sehr schnell recht kompliziert werden. Wenn du dich dafür nicht 100%ig interessierst, vielleicht schwierig...


    Ach ja und:

    ich kann dir nur von Biologie abraten.

  • Bei mir in Brandenburg liegt leider der Fokus auf dem theoretischem, zumindest bisher.

    Wenn du Informatik mit der Intention wählst "praktisch" zu arbeiten und coole Sachen zu programmieren, würde ich es nicht tun, denn genau das habe ich getan. Wurde bitter enttäuscht und darf mich im letztem Halbjahr die ganze Zeit mit den verschiedenen Elementen des Computers und wie Rechner untereinander kommunizieren auseinandersetzen.

    Wenn du programmieren lernen willst, musst du das wahrscheinlich selber tun, solltest du aber Interesse an dieser Theorie haben, go for it.


    Aber:

    ich kann dir nur von Biologie abraten.

  • Ich kann das Ganze ebenfalls nur bestätigen, du musst schon großer Fan von Informatik-Theorie sein, um dort deinen Spaß zu finden. Wahrscheinlich werden die letztendlich auch einfach dazu gezwungen, obwohl ein größerer Fokus auf die Praxis mMn 100x mehr Sinn machen würde, für die Theorie ist noch mehr als genug Zeit, wenn man sich später tatsächlich beruflich in die Richtung entwickeln möchte. Selbst dort sind einige Aspekte ziemlich irrelevant, je nachdem, in welche Fachrichtung man geht.


    Würde es an deiner Stelle einfach davon abhängig machen, ob du später irgendwas machen möchtest, was nur ansatzweise in die Richtung geht und dir dort helfen könnte, auch wenn es dir nur dabei hilft, dass dich ein potentieller Arbeitgeber gegenüber anderen vorzieht. Und halt auch, wenn die Theorie dich massiv interessiert, für mich, als jemand der eher an der Praxis interessiert ist, war es eher nichts.


    Ansonsten gilt die goldene Regel Nummer 2:

    ich kann dir nur von Biologie abraten.

  • Ich bedanke mich zunächst für das ausführliche Feedback zum Fach.

    Hier wurde mehrfach von Biologie abgeraten, was ich mit 5 Punkten (immerhin kein Unterkurs) auf dem Zeugnis auch soweit unterstütze.


    Wie bereits erwähnt muss ich 2 Fächer wählen, weshalb die Frage, welches das geringere Übel ist:
    Biologie oder Informatik? Physik hab ich bereits in der 9.-10. Klasse als nervig empfunden, weshalb Biologie oder Informatik mit Chemie verknüpft werden würden. (Biologie und Informatik in Kombination natürlich auch möglich)


    Das mit der Theorie hätte man sich ja bei der Deutschen Schule denken können, trotzdem etwas enttäuschend.

    Einmal editiert, zuletzt von Intrace ()

  • Wenn du Bio wählst, kommst du da oft um Chemie so oder so nicht rum, so wie ich es von meinen Klassenkameraden damals mitbekommen habe (s. Citrat-Zyklus etc.) kannst also gleich genauso gut Chemie wählen.


    Außerdem gibt es genügend Chemie-Studenten hier in der Community die dir bei Chemie gerne helfen würden (*hust* Joey und ich *hust*).

  • Hier mal der örtliche Informatikstudent.


    Theorie in der Informatik kann recht interessant sein, vorallem Dinge wie technische Informatik sind nicht allzu schwer und dazu noch spannend.

    Programmieren werdet ihr aber vermutlich auch, im Studium steht das auch an erster Stelle und die, die ich kennengelernt habe, meinten auch dass sie das in der Oberstufe gemacht haben (manche Python, manche Java, einer C (RIP an den btw)).


    Als Neueinsteiger kann ich es mir im deutschen Schulsystem aber trotzdem sehr schwer vorstellen.

    MUSST Matheinteressiert sein dafür. Mathe schlecht <=> Informatik schlecht. Harter Fakt.


    Edit: Scheint in der Schule weniger Anspruchsvoll zu sein was Mathe angeht, also den Punkt wohl eher Studiumsbezogen sehen.


    Daher eine Frage:

    Warum nimmst du nicht Mathe? Scheint hier nicht um LKs zu gehen, sondern nur um GKs.

    Mathe GK ist nicht so krass schwer, mit einem kompetenten Lehrer macht das sogar richtig Bock und ist auch eine Naturwissenschaft.

    Außer bei euch im Bundesland ist es anders dann idk.


    Gruß

    Doppel

  • kann aus Erfahrung und von freunden sagen, das Bio (egal ob LK oder GK) zu viel aufwand ist, was genau so auch bei Chemie der Fall ist. Musst du für dich selber entscheiden, Chemie oberstufe war bei mir größtenteils Auswendiglernen von reaktionen und der Reaktionsgleichen (was zu was wird, ob die masse gleich bleibt oder sich verändert, Mathe für vorheriges).


    Pick your poison

  • Warum nimmst du nicht Mathe? Scheint hier nicht um LKs zu gehen, sondern nur um GKs.

    Meine Schule ist giga cursed, weshalb ich für die 12. & 13. Klasse 2 Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Biologie oder Informatik) wählen muss. Hierbei weder LK noch GK.


    Die Gegenfrage ist, ob du Mathe magst. :>

    Wie eigentlich bei jedem Fach ist das vom Thema abhängig, per se ist Mathe jedoch ein recht interessantes Fach.

  • Aus welchem Bundesland bist du?
    Bei uns in Baden-Württemberg (haben eins der schwersten Abiture) war Informatik ein Witz. Wie manche hier schon gesagt haben, ist ein großer Teil nur Informatik Lore und nicht tatsächliches Programmieren.
    Selbst wenn es dir am Ende nicht allzu viel Spaß macht, ist das allemal besser als Biologie oder Chemie, vor allem da bei Informatik kein Vorwissen gefordert werden kann. Wenn du auch nur ein bisschen Interesse an dem Thema mitbringst sind das easy 14/15 Punkte am Ende!

  • Also wir haben in der Schule tatsächlich sehr viel programmiert, das Problem waren eher die Klausuren, die man schriftlich machen musste und dabei Dinge eigenständig lernen musste, die in den eigenen Programmen oft wenig Anwendung finden, weil sie in dem Rahmen zu umständlich sind und nur schön aussehen (doofes Klassensystem). Ansonsten hängt das auch viel vom Lehrer ab und wie er euch den Stoff beibringen möchte, ich hatte da Glück, kann mir aber auch vorstellen, dass andere Lehrer einem fast nur Theorie und kaum eigenständiges, kreatives Programmieren ermöglichen.


    Vorwissen brauchte ich nichts großartiges, es hilft aber auf jeden Fall sich z. B. mit Scratch auseinandergesetzt zu haben. Leider steht tatsächlich auch viel "Müll" auf dem Lehrplan, der später wenig bringt.

  • Kann den Biologiehass nicht verstehen, lernste 2, 3 Sachen und schreibst zügig, kriegst du in allen Klausuren die nicht nach landesstandardisiertem Erwartungshorizont bewertet werden locker 9-12 Punkte.

    Fand so etwas wie Mathe, Informatik, Physik schriftlich immer ziemlich unangenehm, denn, wenn dich eine Aufgabe kalt erwischt (z.B. Aufgabenstellung nicht richtig verstanden, kein Weg gefunden Formel anzuwenden, etc.) ist sofort (und währenddessen, hat Einfluss auf die Gesamtleistung) klar, dass du da nicht mit Bravur rausgehst.


    Aber bin auch Dachdecker also hat's mir nie weitergeholfen ;---)

  • Liegt wahrscheinlich sowieso an persönlicher Präferenz, ich hab mit 3 Naturwissenschaften

    (Physik als LK. Chemie und Info im GK) gelernt, dass eigentlich jede Naturwissenschaft mit bisschen

    Interesse und Fleiß gut machbar ist.


    Informatik spezifisch ist, m.M.n, gut machbar wenn du ein wenig Technisch versiert bist, und dich da etwas reinhängst,

    bei den anderen ist es halt pure Präferenz.